Medizin-Nobelpreis an den Entdecker der Autophagozytose

04.10.2016

News, Wissenschaft

Der alljährlich vergebene Nobelpreis für Medizin und Physiologie wurde gestern in Stockholm an Prof. Ohsumi (Tokyo Institute of Technology, Tokyo, Japan) für „die Entdeckung der Mechanismen der Phagozytose“ verliehen.

Autophagozytose bezeichnet den Prozess in Zellen, mit dem sie eigene Bestandteile abbauen und verwerten. Das reicht von fehlgefalteten Proteinen bis zu ganzen Zellorganellen, vereinfacht ausgedrückt beschreibt es den Vorgang des zellulären Recyclings. Durch Autophagozytose können körperfremde Strukturen wie eingedrungene Bakterien oder Viren zerlegt werden, wodurch der Prozess eine wichtige Rolle für das Immunsystem spielt. Weiterhin ist eine veränderte Autophagozytose an der Entstehung von neurodegenerativen Erkrankungen wie ALS, Alzheimer oder Chorea Huntington beteiligt. Das Komitee würdigte damit die bahnbrechenden Arbeiten des Preisträgers aus den frühen 90er Jahren, da diese zu einem Paradigmenwechsel in der Sichtweise über zelluläres Recycling von zellulären Bestandteilen geführt haben und zudem eine fundamentale Bedeutung für das Verständnis von Krebs und neurodegenerativen Erkrankungen haben.

Vollständige Presserklärung des Nobelkomitees:

http://www.nobelprize.org/nobel_prizes/medicine/laureates/2016/press.pdf