Teil 1: Benötigen Sportler Nahrungsergänzungsmittel?

12.09.2016

Sport, Wissenschaft

Benötigen Sportler Nahrungsergänzungsmittel?

Die Frage nach dem Sinn und/oder Unsinn von Nahrungsergänzungsmitteln gehört sicherlich zu den am kontrovers diskutiertesten Fragen im Bereich Ernährung, nicht nur unter Sportlern. Während das amerikanische Gesundheitsministerium den US-Bürgern empfiehlt, zur ausreichenden Versorgung mit Mikronährstoffen täglich ein  Multivitamin-/Multimineralstoffprodukt einzunehmen, sind die entsprechende Stellen in Deutschland der Meinung, dass eine ausgewogene Mischkost vollkommen ausreichend ist. Aber ausreichend wofür? Ausreichend um klinischen Mangelerscheinungen bzw. Mangelerkrankungen vorzubeugen oder den Körper optimal im Sinne der Gesunderhaltung und Leistungsfähigkeit zu versorgen?

Die ALP NUTRITION GmbH und ihr Geschäftsführer, Dr. Oliver Schnorr, Biochemiker und international bekannter Experte für den Bereich Sporternährung, hatten in diesem Jahr die große Freude und Ehre Betty Heidler, Weltmeisterin und ehemalige Weltrekordhalterin im Hammerwurf der Frauen, in ihrer letzten Saison in den Bereichen Ernährung und Leistungsoptimierung zu begleiten. Nachdem am Anfang der Saisonvorbereitung die tägliche Zufuhr der Makronährstoffe (Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett) in ihrer Zusammensetzung und Timing für die Energie und den Muskelaufbau optimiert wurden, sollte zu Beginn des Jahres eine Feinabstimmung der Mikronährstoffe (Vitamine und Mineralstoffe) vorgenommen werden.

Wie viele Vitamine und Mineralstoffe benötigt denn nun eine Weltklasseathletin oder eine gute Athletin auf nationalem Spitzenniveau? Aufgrund des deutlich erhöhten Energie- und Kalorienbedarfs werden ohnehin täglich größere Mengen an Mikronährstoffen, einhergehend mit den größeren Kalorienmengen konsumiert. Um diese Frage genau zu beantworten, wurden von 5 Hammerwerferinnen, die in den Top 10 der deutschen Rangliste platziert sind (u.a. die beiden Olympia Teilnehmerinnen Betty Heidler und Charlene Woitha) in Zusammenarbeit mit dem Olympiastützpunkt Berlin Blutanalysen durchgeführt und die Konzentration der Mikronährstoffe im Blut der Athletinnen bestimmt.

Das Ergebnis der Analysen war für alle Beteiligten überraschend! Gemessen wurden die Blutkonzentrationen der Vitamine (B1, B2, B6, B12, E, Nikotinsäureamid, Folsäure, Coenzym Q10, Biotin) sowie die Mineralstoffe Magnesium, Zink und Selen.

  1. 4 von 5 Athletinnen hatten bei mindestens einem Mikronährstoff einen klinischen Mangelzustand.
  2. Bei allen 5 Athletinnen wurde eine Überschreitung des empfohlenen Referenzbereichs für Biotin gemessen, allerdings bei keiner Athletin wurde eine Überschreitung des Referenzbereichs für einen zweiten Mikronährstoff festgestellt.
  3. Um zu ermitteln, wo die Ausgangswerte der Athletinnen für die einzelnen Mikronährstoffe liegen, wurde der klinische Referenzbereich in obere und untere Hälfte eingeteilt und die einzelnen Messwerte in die beiden Bereiche eingruppiert: Von den insgesamt 60 Einzelwerten lagen 38 in der unteren und nur 22 Werte in der oberen Hälfte der Referenzwerte.

Hier das Ergebnis als Graphik:

Ausgangssituation

Die Abbildung zeigt die Mittelwerte der Blutkonzentration des jeweiligen Mikronährstoffs angegeben in Prozent zum Obergrenze des Referenzbereichs.

Da die klinischen Referenzwerte für gesunde Nichtsportler angegeben sind und vornehmlich der Vermeidung von Mangelzuständen dienen, zeigen die Blutwerte der Athletinnen insgesamt sehr niedrige Mikronährstoffwerte. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass diese Messwerte am 11. Januar bestimmt worden sind, denn nach den Weihnachtstagen und Feiertagen zu Beginn des Jahres, an denen reichhaltig gegessen wird und die Trainingsintensität und Häufigkeit im mittleren Bereich liegt, sind die Blutkonzentrationen der Mikronährstoffe überraschend niedrig gewesen.

Im Folgenden wurde getestet, in wieweit die Blutwerte durch eine 4-wöchige Einnahme des flüssigen Multivitamin-/Multimineralstoffprodukt ALP SPORT verändert werden. Die Ergebnisse dieser kleinen Studie werden im zweiten Teil dieses Blogbeitrages erscheinen.